Bestandsmaschinen automatisiert, Produktionskapazität verdreifacht
Rudolf Storz GmbH ersetzt in die Jahre gekommene Automationslösung durch ein neues Robotersystem mit RoboBuddy von ALLMATIC

Die medizintechnische Fertigung stellt besonders hohe Anforderungen an Präzision, Prozesssicherheit und Flexibilität. Bei der Rudolf Storz GmbH in Emmingen werden täglich chirurgische Instrumente gefertigt – ein Bereich, in dem Zuverlässigkeit und Wiederholgenauigkeit eine große Rolle spielen. Mit einem neuen Robotersystem in Kombination mit dem RoboBuddy von ALLMATIC automatisierte das Unternehmen zwei bestehende Maschinen, optimierte Durchlaufzeiten und erhöhte die Fertigungskapazität jeweils auf das Dreifache.
Kompetenzzentrum für chirurgische Instrumente
Seit mehr als 75 Jahren ist die Rudolf Storz GmbH als Lohnfertiger ein etablierter Premium-Hersteller von Medizintechnik Made in Germany. Mit über 160 Mitarbeitenden steht das Unternehmen am Standort Emmingen für technologische Kompetenz, High-Tech-Fertigung, gelebte Innovation und Nachhaltigkeit.
7.000 verschiedene Produkte stellt Rudolf Storz her. Mit modernster Technik und höchstem Qualitätsanspruch. Rudolf Storz vereinbart traditionelles Chirurgiehandwerk mit einem hochinnovativen, automatisierten, digitalisiertem Maschinenpark. Hier verbindet Rudolf Storz das Beste aus beiden Welten – menschliche Präzision mit vollautomatisierter Fertigung.
Die Kunden von Rudolf Storz sind weltweit aktiv und schätzen die Qualität und Lieferfähigkeit. Dass verlangt die beste Technik auch in der Produktion.

Aus einfachen Stahl-Rohlingen entstehen hochpräzise Werkstücke – dank RoboBuddy vollautomatisiert
Von einer veralteten Lösung zur intelligenten Automation
Bereits seit über zehn Jahren war eine der beiden Hermle C20 U mit einer einfachen Automationslösung ausgestattet. „Die bestehende Automation war schlichtweg nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Andreas Lang, Verantwortlicher für die CNC-Fertigung bei Rudolf Storz. „Die Technik war in die Jahre gekommen und unseren heutigen Anforderungen einfach nicht mehr gewachsen – die Fertigung entwickelt sich ständig weiter, da müssen auch die Systeme mithalten.“
Im Zuge der geplanten Modernisierung wurde entschieden, nicht nur die bestehende Automation zu ersetzen, sondern gleichzeitig auch eine zweite Bestandsmaschine mit derselben Lösung auszustatten. Ziel war es, das umfangreiche Teileportfolio mit möglichst geringem Ressourceneinsatz wirtschaftlich und flexibel zu fertigen – und das ohne Investition in neue Maschinen oder verschiedene Spannmittel.

Die Integration ist ohne einen komplexen Umbau der Spannmittel realisierbar, lediglich zwei Zylinderstifte müssen zur Vorbereitung des manuellen Schraubstocks aufgenommen werden.
Automationslösung mit dem ALLMATIC-RoboBuddy
Die Wahl fiel auf eine Kombination aus dem SherpaLoader der Firma Sherpa Robotics und dem RoboBuddy von ALLMATIC.
Ein Werkstückgreifer legt das Werkstück ein und der RoboBuddy schließt den Schraubstock mit bis zu 100 Nm Anzugsmoment. Das Werkstück ist so durchgehend sicher gespannt und kann bearbeitet werden. Nach der Bearbeitung öffnet der RoboBuddy den Schraubstock mannlos, sodass das Werkstück entnommen werden kann. Die Position des Kurbelzapfens findet der RoboBuddy selbstständig. Die Stellung des Kurbelzapfens sowie die Spannweite und die Spannkraft kann er für bis zu 256 Schraubstöcke abspeichern und dann wieder abrufen, sodass dies nicht immer neu programmiert werden muss.
Die Schraubeinheit ist über eine DIN ISO 9409-1 Schnittstelle direkt am Roboterarm befestigt. Alternativ kann die Schraubeinheit auch über eine Linearführung bewegt werden.
Standard-Schnittstellen wie OPC-UA, IO-Link und Profinet machen die Integration und Kommunikation unkompliziert.
Eine flexible Lösung, die sich optimal in bestehende Fertigungsanlagen integrieren lässt, ohne auf hydraulische oder pneumatische Spannmittel oder nachgerüstete Drehdurchführungen zurückgreifen zu müssen.
Ein großer Vorteil: Beide Maschinen konnten mit nur je einem Spannmittel, dem kleinen Zentrischspanner CentroLite von ALLMATIC, automatisiert werden. Dank zweier Backensätze werden damit über 500 verschiedene Bauteile aus Aluminium und Stahl zuverlässig gespannt. Das senkt nicht nur die Investitionskosten für zusätzliche Spannmittel erheblich, sondern bringt maximale Flexibilität in die Fertigung. „Wir wollten unbedingt ein Spannsystem, das viele Teile abdeckt und geringe Rüstzeiten mit sich bringt. Das haben wir mit dem CentroLite in Kombination mit der Automationsanlage perfekt erreicht.“, so Andreas Lang, zuständig für den Fertigungsbereich.

Der RoboBuddy übernimmt das automatische Öffnen und Schließen des Schraubstocks – prozesssicher und komplett mannlos.
Produktionskapazität verdreifacht – Arbeitsplätze verlagert, nicht ersetzt
Seit der Einführung der neuen Automation läuft die Produktion statt in einer 8-Stunden-Schicht nun im 3-Schicht-Betrieb – und das mit denselben personellen Ressourcen. Der entscheidende Unterschied: Während der mannlosen Nachtschicht übernimmt der Roboter das Handling und der RoboBuddy die Schraubstockbedienung – vollautomatisch und prozesssicher.
„Der Arbeitsplatz wird nicht ersetzt, sondern verlagert. Während die Maschine läuft, kann der Mitarbeiter an einer anderen Maschine weiterarbeiten – das steigert die Effizienz und Organisation im gesamten Team“, betont Lang. Ein klares Statement gegen den weit verbreiteten Mythos, dass Automatisierung Arbeitsplätze gefährdet.
Zugleich ermöglicht die Automatisierung dem Unternehmen, trotz wachsendem Auftragseingang und zunehmender Teilevielfalt wirtschaftlich zu produzieren. Bestehende Fachkräfte können gezielter eingesetzt werden.
„Die Automation hilft uns nicht nur dabei, effizienter zu fertigen – sie unterstützt auch unser Wachstum. Ohne die neue Lösung könnten wir die heutigen Mengen mit unserem Team gar nicht wirtschaftlich bewältigen“, erklärt Teamleiter Kamper.

Der RoboBuddy kann über eine Linearführung oder direkt am Roboterarm befestigt werden – Die Drehmomentstütze ist für eine bessere Zugänglichkeit in 45°-Schritten individuell montierbar
Schneller, flexibler, zuverlässiger
Ein weiterer großer Vorteil liegt in den deutlich verkürzten Rüstzeiten. Die zentrale Spannlösung mit dem CentroLite ermöglicht ein schnelles Umrüsten bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit. Der RoboBuddy spannt Werkstücke mit vordefiniertem Drehmoment, ohne manuelle Eingriffe – wiederholgenau und prozesssicher.
Die Zusammenarbeit mit ALLMATIC und Sherpa Robotics verlief reibungslos und partnerschaftlich. „Wir sind mit der Lösung absolut zufrieden und planen bereits, weitere Maschinen zu automatisieren“, erklärt Kamper. „Der Ablauf ist heute schneller, besser – und wir haben mehr Zeit für andere wertschöpfende Tätigkeiten.“

Erfolgreiche Umsetzung durch starke Partnerschaft: Bernd Kamper (Teamleiter), Vincenzo Lo Bue von ALLMATIC und Andreas Lang (CNC-Fertigung) betreuten das Projekt gemeinsam.
Fazit: Automatisierung ohne Kompromisse
Mit der Kombination aus RoboBuddy und CentroLite setzt die Rudolf Storz GmbH auf eine zukunftsfähige Lösung, die Bestandsmaschinen effizient automatisiert, ohne zwingend in neue Anlagen oder Spannmittel investieren zu müssen. Das Ergebnis: eine Verdreifachung der Produktionsleistung, optimierte Durchlaufzeiten und ein flexibles Spannkonzept, das eine enorme Teilevielfalt abdeckt – bei möglichst geringen Investitionskosten.
ALLMATIC liefert mit dem RoboBuddy eine zentrale Automationserweiterung zwischen Roboter und Werkstück – als entscheidendes Element in der automatisierten Fertigung der Zukunft.
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